Mein kreatives Interesse galt zunächst der Praxis der Malerei, einschließlich Öl auf Leinwand. Am liebsten zeichnete ich und malte später Porträts. Vor allem während und nach Besuchen in Russland beschäftige ich mich seit einigen Jahren gezielt mit Schreibikonen mit Tempera. Besonders fasziniert haben mich die Atmosphäre und die Verwendung von Farbe, die sich in der transparenten Malweise ausdrückt. Die Arbeit in bedeckten, zurückhaltenden Farben, manchmal fast in einer Farbe, fiel mir auf.
Später tauchte ich auch in die byzantinische Ikonentradition ein. Bei diesen Symbolen ist die Grundfarbe undurchsichtig, also weniger transparent. Die griechischen Farben sind hell und strahlend und heben sich durch klare Lichteffekte deutlich ab. Das Licht wird suggeriert, indem immer hellere Nuancen der Grundfarbe übereinander gestapelt werden. Griechen sind Farbmischer, Russen sind Zeichner.
Das Schreiben von Ikonen ist eine Leidenschaft, besonders nach der Orientierung und Vertiefung sowie der Teilnahme an Symposien und Kursen bei anerkannten osteuropäischen und byzantinischen Ikonografen. So habe ich immer mehr Wissen erworben. Für mich wesentlich ist die Erforschung der Beziehung zwischen Innen und Außen, Realität und Bild, Original und Replik und die Wirkung des Fragments auf das Ganze.

